Montag, 14. Oktober 2013

#mimimimi

Es wird vieles über Bonn erzählt - gut, vielleicht nicht gerade in den letzten Jahren und selbst dann meist nur selten etwas positives, aber zumindest werden Sie schon einmal von Bonn gehört haben. Im Erdkundeunterricht, nun da vielleicht nicht, aber im Politikunterricht, ganz am Rande, nein? Sie erinnern sich nicht. Da geht es wohl vielen so wie Ihnen. Bonn ist dem Fluch des Vergessens anheim gefallen und so wie kaum noch eine Sau weiß, dass Philadelphia mal die Hauptstadt der USA war, wird irgendwann niemand mehr wissen, dass Bonn ein ähnlich zeitlich beschränktes Schicksal widerfuhr. Es wird vergessen werden, nur noch in Sagen und Mythen auftauchen und dann in einem Atemzug mit Mittelerde oder Westeros geflüstert werden, unsicher, ob eins davon vielleicht doch einmal existiert hat.

Der Bonner selbst nimmt von alldem nicht wirklich Kenntnis. Er lebt in einer Blase, hält sich immer noch für das Zentrum des Universums und merkt dabei nicht, dass die Sonne, um die er sich ständig zu drehen versucht, sein eigener Arsch ist. Ach, es ist eine Schande. 
Sicher findet auch hier immer wieder so etwas wie Kultur statt - ein verzweifelter Versuch jenseits der Stadtgrenzen zumindest den Hauch von Anerkennung zu erringen, aber es sind Jahr für Jahr immer dieselben Veranstaltungen. Ein grauer Mief legt sich so über die Stadt, die langsam zum kulturellen Mordor NRWs verkommt. Wie ein vom Nichts langsam zerfressendes Phantásien, stirbt Bonn einen elendigen, langsamen Tod und ist sich dessen noch nicht einmal wirklich bewusst und daher unfähig sich seinen eigenen heilbringenden Bastian zu suchen. 

Doch Hilfe, ja vielleicht sogar Rettung, naht. In Form von @serotonic und @johannes. Die eine kommt tatsächlich aus Bonn, was ihr mein Mitgefühl sichert, der andere ist unverständlicherweise freiwillig dorthin gezogen. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht zumindest ein kleines Licht der Hoffnung zu entfachen und planen eine Lesung. 
Und sie haben tatsächlich noch zwei weitere Menschen, @dieliebenessy und @jawl, bewegen können, sich an dem geplanten Abend auf eine kleine Bühne zu stellen und ihre schönen, bewegenden und/oder unterhaltsamen Texte vorzulesen und damit die Bewohner und andere Menschen, die sich gerade dann in diesen Ort verirrt haben, vor dem Nichts zu bewahren.

Das Ganze findet hier statt (also nicht genau hier, aber hier finden Sie alle Infos, um zu wissen, wo hier ist):


Ach so, weil die Beiden noch für die Pinkelpausen einen brauchten, der dann mit Nutellagläsern jongliert oder um das (aus den eigenen Eltern bestehende) Publikum sonstwie zu unterhalten, wurde ich in einem schwachen Moment überredet, da auch mitzumachen.

Vielleicht lese ich auch was. Vielleicht das alte FDP-Wahlprogramm. Mal schauen. Vielleicht kommen Sie ja vorbei. Dann ist meine Mutter nicht so alleine da.

In diesem Sinne.