Montag, 20. Mai 2013

Fast sowas wie Liebe

Es ist ein seltsames, mir unvertrautes, jedoch willkommenes Gefühl, was in jener Sekunde meinen Körper durchströmt. Ich merke, wie mein Herz einen Satz nach vorne macht und zu flattern beginnt, während mir heiss und heisser wird. (Und ja, das meine ich durchaus auch in einem sexuellen Sinne.) In meinem Inneren beginnt es zu brodeln - müsste ich es genauer beschreiben, würde ich was zwischen Schmetterlinge im Bauch und Kidney Bohnen im Magen wählen. 

So ähnlich fühlte es sich an, als ich während der Schwangerschaft den Antichristen das erste Mal spürte. Das selbe Flattern unter'm Herzen, die selbe Aufgeregtheit. Ich vermute, andere Menschen, also normale Menschen, kennen Gefühle dieser Art, wenn sie verliebt sind. Da mir als sozialer Eisklotz solch albernen Dinge selbstverfreilich fremd sind und ich sie nur aus Büchern kenne, deren Cover halbnackte Menschen in inniger, schwitziger Umarmung zieren, ist dieses Gefühl, dieser Moment, völlig neu für mich. 

Ich schnappe aufgeregt nach Luft, während ich unkontrolliert zu glucksen beginne. Nur mit Mühe kann ich dem Drang widerstehen, wie ein Kleinkind auf Koks euphorisch in die Patschehändchen zu klatschen. 

Und während mein Grinsen immer breiter und breiter und breiter wird und meine Begleitung mich nur irritiert und leicht beunruhigt anblickt, flüstere ich verschwörerisch: "Khan. Er ist Khan. Cumberbatch ist Khan Noonien Singh!!"

(Im Nachhinein ist mir übrigens klar, warum es mir immer so schwer fällt, Menschen zu finden, die mit mir ins Kino gehen wollen.)