Samstag, 6. Oktober 2012

Lass das.

Hallo du.

Ja du.

Ich rede mit dir.

Ich vermute, du bist dir dessen vermutlich noch nicht einmal bewusst, aber du starrst.

Da.

Schon wieder.

Lass das.

Ich weiß, dieser Bauch ist sehr groß, aber ich bin ziemlich davon überzeugt, dass ich nicht die erste Schwangere bin, die du in deinem Leben siehst. Selbst wenn du selbst - respektive deine Freundinfraumätressefickstute - noch nie schwanger warst/wart, du in deinem gesamten Familienfreundesbekanntenkreis niemanden kennst, der schon einmal die zweifelhafte Ehre hatte ein Leben auszubrüten und anschließend unter Qualen und Schmerzen aus einer viel zu kleinen Körperöffnung herauszupressen, bin ich sehr, sehr, sehr sicher, dass du irgendwann im Laufe deines Lebens, in der Stadt, im Bus, irgendwo in der Öffentlichkeit, schon mal eine Schwangere gesehen hast.

Wir dürfen nämlich am Leben teilhaben. Das Haus verlassen. Uns mit anderen Menschen treffen. In der Öffentlichkeit. Da, wo jeder uns und unseren wahnsinnig fetten Bauch sehen kann.

Den, du immer noch anstarrst.

Lass das.

Das ist kein abartiger Tumor. Es ist auch kein normaler Tumor.

Es wird auch gleich kein Alienfötus oder Hape Kerkeling hervorbrechen und laut "Kuckuck!" schreien.

Ich habe ebenfalls keinen Wurf flauschiger Katzenbabies unter meinem Pulli versteckt.

Es. Ist. Nur. Ein. Verfickter. Babybauch.

Und du kannst dir ggf. noch nicht einmal ansatzweise vorstellen, wie furchtbar es nervt, wenn man dauernd von Männlein und Weiblein völlig entgeistert angestarrt wird, ganz so als würde ich just in diesem Moment Robbenbabies schlachten und mir aus ihren Augäpfeln eine hübsche Kette basteln.
Und wenn du eines nicht machen solltest, dann ist es einer Schwangeren im achten Monat auf den Sack zu gehen. Denn wir sehen vielleicht dick, langsam, behäbig aus, aber, wenn wir wütend werden - und glaub mir, du willst nicht, dass wir wütend werden - dann haben wir die todbringende Aggressivität und fragwürdige Leichtfüßigkeit eines Nashorns.

Also.

Lass das.