Freitag, 12. Oktober 2012

Enttäuschung 2.0

Ich weiß, ich habe gesagt, ich würde im Oktober jeden Tag bloggen, aber ich wäre nicht ich, wenn ich Sie nicht mindestens einmal enttäuschen würde. Und irgendwie erwarten Sie das doch auch. Dass ich mich nicht an das halte, was ich gestern verkündet habe. Dass ich egozentrisches, blödes Stück mal wieder beweise, dass ich mich einen Scheiss um Sie schere. Man muss ja auch das Bild pflegen, das Sie sich in der Vergangenheit so mühsam von mir erlesen haben.

Also machen wir es doch wie immer. Ich sage Ihnen, dass ich morgen nicht bloggen kann - was ich allein schon riesig nett von mir finde, denn Sie wissen ja, mit Nettsein hab ich's in der Regel nicht so. Dann werde ich mir die Mühe machen zu erklären, warum ich nicht bloggen kann (Diesmal: Der finale Umzug in die finale Wohnung) und so tun, als würde es eine Rolle spielen, ob dieser Grund ein guter ist. Und zum Schluss werde ich so etwas sagen wie "Aber eigentlich ist es mir auch egal, ob Sie das verstehen, weil, seien wir ehrlich, es spielt letztendlich keine Rolle."

Irgendwie sowas in der Art.

Aber - schieben Sie es auf den Schlafmangel, auf die Hormone, die hunnenartig meinen Körper überrollen und aus mir irgendwas weiches, weinerliches, fast menschliches machen oder auf aufkeimende Muttergefühle, die momentan noch nicht wissen, wohin sie mit all ihrer Liebe und Fürsorge sollen und sich notgedrungen einfach mal auf Sie stürzen - ich möchte, dass Sie verstehen, dass es mir dieses Mal wirklich nicht leicht fällt.

Aber vielleicht haben Sie ja Verständnis dafür, dass eine Frau im achten Monat - deren bevorzugte Fortbewegungsmöglichkeit ist, sich einfach auf den Boden zu legen und zu ihrem Ziel (aka Der Kühlschrank) zu rollen - so einen Umzug trotz Unterstützung nicht einfach so lalifaripupsfallera wuppt und dann abends pünktlich um acht an ihrem Rechner sitzt und mal eben flott einen Post raushaut. Vermutlich werde ich morgen um diese Uhrzeit entweder schnarchend und sabbernd in meinem Bett liegen, heulend - von einem Meer von Toffifee-Packungen umgeben - irgendwo daneben oder aber auf dem Weg in die Schweiz, weil ich unter den Umzugshelfern ein spontanes, fröhliches Blutbad angerichtet habe.

Für welches dieser drei Szenarien ich mich auch entscheiden werde, bloggen werde ich morgen wirklich nicht können.

Aber eigentlich ist es mir auch egal, ob Sie das verstehen, weil, seien wir ehrlich, es spielt letztendlich keine Rolle.