Montag, 2. April 2012

Der Bohmmull

Nacktmull
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Nacktmull (Heterocephalus glaber bohmensis)

Systematik
Überordnung:Euarchontoglires
Ordnung:Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung:Stachelschweinverwandte(Hystricomorpha)
Familie:Sandgräber (Bathyergidae)
Gattung:Nacktmulle (Heterocephalus)
Art:Nacktmull
Wissenschaftlicher Name
Heterocephalus glaber bohmensis
Rüppell, 1842

Nacktmull

Der Nacktmull (Heterocephalus glaber bohmensis), auch einfach Bohm genannt, ist eine Art der Sandgräber, innerhalb der Nagetiere. Er lebt in riesigen, unterirdischen Bauten, sogenannte Berghaine, in den Halbwüsten Ostafrikas und in Berlin Mitte. Er stellt innerhalb der Säugetiere in vielerlei Hinsicht eine Besonderheit dar. Vor allem seine doch recht eigenwillige Lebensweise innerhalb großer Kolonien, die ähnlich wie Bienenstöcke von einem fortpflanzungsfähigen Weibchen geleitet werden, ist innerhalb der Säuger einzigartig.

Synapsenkitzler nacktmull

Ein fortpflanzungsfähiges Weibchen, so, wie es der Bohm gerne hat.


Inhaltsverzeichnis

Anatomie

Nacktmulle haben einen fünf bis fünfzehn Zentimeter langen Penis, ich meine Körper. Sie haben eine dermaßen zierliche Figur (sie wiegen 30 bis 50 Gramm), dass selbst unterernährte somalische Kleinkinder neben ihnen wie Reiner Calmund wirken. Ihren Namen verdanken sie der Tatsache, dass beinahe ihr gesamter Körper, mit Ausnahme von einigen wild gelockten Sinneshaaren (Vibrissen), haarlos scheint. Durch ihre eunuchenhafte Haarlosigkeit können sich Parasiten auf ihren Körpern schlechter ansiedeln und verbreiten. Die Haut liegt lose und faltig am Körper an und erinnert optisch an einen Kapuzenpullover.

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Die faltige Haut schützt zum einen die inneren Organe, wenn sich die Tiere durch sehr enge Gänge drücken, z.B. während des Coitus, zum anderen ermöglicht sie eine schnelle Bewegung innerhalb des Berghain, wobei die Tiere sich rückwärts ebenso schnell bewegen können wie vorwärts, auch im völlig betrunkenen Zustand. Andere Merkmale sind die stark ausgeprägten Schneidezähne, mit denen der Nacktmull bereit ist, sein iPhone-Ladekabel bis auf's Blut zu verteidigen.

Die Vibrissen (Tasthaare) befinden sich vor allem im Gesicht, wo die Schnurrhaare mit bis zu zwei Zentimetern die längsten sind. Der Kopf der Tiere ist komisch, ach nein, konisch, was heißt das? Keine Ahnung.. auf jeden Fall ist er konisch mit einer abgeflachten Schnauze, die sich vorzüglich zum Exen von Berliner Luft und Persico eignet. Die visuelle Wahrnehmung ist sehr gering - was natürlich am exzessiven Gebrauch von Berliner Schnäpsen liegt, aber auch daran, dass der Nacktmull nur selten von seinem Twitter-Client aufschaut und sich so sein Sehfeld im Laufe der Evolution immer weiter reduzierte.

Image Kopie

Fun-Fact: Zur Verständigung untereinanderer benutzen die Tiere bis zu 18 verschiendene Laute, welche teilweise an Vogelgezwitscher (!) erinnern.

Physiologie

Neben den bereits schon beschriebenen anatomischen Merkmalen weisen die Nacktmulle auch eine Reihe von physiologischen Anpassungen an ihren Lebensraum auf.

Atmung

Eine wichtige Rolle spielt die Atmung, da es in den Höhlen des Berghain kaum Sauerstoff gibt (hypoxischer Lebensraum). Die Lungen des Bohm sind deswegen - und wegen des übermäßigen Rauchens -, nur sehr klein ausgebildet. Dafür hat das Hämoglobin des Nacktmulls eine sehr hohe Sauerstoff-Affinität, wodurch er sehr effizient Sauerstoff ins Blut aufnehmen kann. Also, falls er sich mal außerhalb der Berliner Raucherkneipen aufhalten sollte.

Wärmeregulation

Nacktmulle können ihre Körpertemperatur den unterschiedlichen Temperaturen ihrer jeweiligen Lokalität anpassen, um Energie zu sparen. Die dünne Haut und die ebenfalls sehr dünne Fettschicht ermöglichen eine sehr schnelle Temperaturanpassung. Einer zusätzlichen, extremen Regulation der Körperwärme dient das Gruppenkuscheln im Nest (das sogenannte Margarete-F.-Kuscheln).

Ernährung

Nacktmulle trinken nicht. Sie saufen. Das benötigte Wasser gewinnen sie aus Hochprozentigem, notfalls auch aus Bier.

Die Nahrung des Nacktmulls besteht aus.. nun, aus fast allem. Er frisst alles, was nicht niet- und nagelfest ist und das in einer Geschwindigkeit und ohne Pause, als hätte man ihn in den letzten zehn Jahren ohne Nahrung in einem Keller in Österreich gehalten. Ähnlich wie Kaninchen nehmen Nacktmulle einmal verdaute Nahrung ein zweites Mal auf, um diese noch effizienter zu nutzen (Koprophagie).

Lebenserwartung

Nach Sherman und Jarvis können Nacktmulle älter als 15 Jahre alt werden. Genau wird man das jedoch wohl niemals wissen, da der Nacktmull stets die optische Erscheinung eines 12-jährigen, pubertierenden Knaben hat.

Verbreitung und Lebensraum

Der Nacktmull lebt als Endemit ausschließlich in den trockenen und heißen Halbwüsten Ostafrikas, sowie im scheisskalten Berlin. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich dabei über den größten Teil von Somalia, den zentralen Teil Äthiopiens, einen großen Bereich Kenias, sowie im gesamten Gebiet zwischen Prenzlauer Berg und Ostkreuz. Die südliche Verbreitungsgrenze verläuft im Bereich der Grenze des Tsavo-Nationalparks bzw. Brandenburgs.

In somalischen Mythen erzählt man sich, dass der Nacktmull aus letzter genannter Region ursprünglich stammen soll, wo er nahe des Schicksalsberges erschaffen wurde.

Lebensweise

Nacktmulle leben in Kolonien von 20 bis 300 Tieren. Während der re:publica können es auch schon mal mehr sein. Die Organisation dieser Kolonien weist einige Besonderheiten auf, die sonst nur bei Insekten beobachtet und in ihrer Gesamtheit als Eusozialität bezeichnet wird. Jede Kolonie wird von einer Königin dominiert, die als einziges Weibchen fruchtbar ist und dem Bohm ca. 60 Junge im Jahr beschert, die sich kreuz und quer über die einzelnen Bezirke Berlins verteilen.

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Die Gründe für die Unfruchtbarkeit der Nachkommenschaft sind bislang nicht ausreichend erforscht. Einige ältere Vermutungen gehen von einer hormonellen Unterdrückung durch die Königin aus, eine andere Erklärung besagt, dass durch den Dauerstress, den die Weibchen ertragen müssen, deren Eierstöcke nicht zur Reife gelangen und sie deshalb steril bleiben. Vermutlich ist einfach nur Satan am Werk. Letzten Endes sprechen wir hier ja schließlich vom Bohm und da ist das stets die wahrscheinlichste Antwort.

Auf alles.

Forschungsgeschichte

Die Erstbeschreibung der Nacktmulle unter dem wissenschaftlichen Namen Heterocephalus glaber bohmensis erfolgte 1842 durch den deutschen Biologen Eduard Rüppel auf seiner MySpace-Seite, die damals natürlich keine Sau gelesen hat. Der Artstatus der Tiere wurde in der Folge angezweifelt und mehrere Forscher gingen davon aus, dass es sich bei den beschriebenen Tieren um die nackten Jungtiere größerer, felltragender Nagetiere handeln müsse. In den Folgejahren wurden jedoch durch Oldfield Thomas weitere Nacktmulle aus verschiedenen Regionen beschrieben - seit kurzem wurde ein Exemplar sogar in Spandau gesichtet.

Die Erforschung des Heterocephalus glaber bohmensis steckt immer noch in den Kinderschuhen. Der britische Evolutionsphilosoph Alfred Russel Wallace bezeichnete den Nacktmull als "extraordinary ugly species" und prägte darauf aufbauend den Begriff Darwinistische Sackgasse, der heute als Synonym für den Großraum Berlin gebräuchlich ist.

Literatur

  • Jennifer U. M. Jarvis, Paul W. Sherman: Heterocephalus glaber bohmensis. In: Mammalian Species. Nr. 706. Washington 2002.
  • Paul W. Sherman, Jennifer U. M. Jarvis, Richard D. Alexander: The Biology of the Naked Bohm. University Press, Princeton 1991.

Filmdokumentationen

  • Nacktmulle - Afrikas wilde Wichte, TV-Dokumentation von Herbert Ostwald, Deutschland 2005, 43 Minuten
  • Bohm - Berlins wilder Oberwicht, TV-Dokumentation von Christian Franke, Deutschland 2011, 192 Minuten