Dienstag, 21. Februar 2012

Ich war Einhörner schlachten

Entgegen meiner Erwartung ist es offenbar aufgefallen, dass ich kurzzeitig abwesend war. Ich denke, ich schulde Ihnen daher eine Erklärung.

Nein, das ist natürlich Mumpitz. Ich schulde Ihnen natürlich rein gar nichts. Das ist hier schließlich nicht SPON oder Bravo.de.

Wenn ich mich entschließe nicht zu bloggen, muss ich das nicht begründen.

Wenn ich mich entschließe von nun an nur noch über das nicht vorhandene Sexualverhalten von Pandabären zu bloggen, muss ich das nicht begründen.

Wenn ich mich entschließe nur noch YouTube-Videos mit Gregorianischen Kirchengesängen zu verlinken, muss ich das nicht begründen.

Und wenn ich mich entschließe von nun an nur noch Fotos von aufgeplatzten Furunkeln oder Hodensackinfusionen zu posten, muss ich das ebenfalls nicht begründen.

Gut, vielleicht gegenüber meinem Analytiker oder dem Richter während der Anhörung bezüglich meiner Zurechnungsfähigkeit, aber seien wir ehrlich, mit der ist es ohnehin nicht weit her.
Ich muss also mal wieder rein gar nichts. Aber ich möchte. Ich möchte, dass Sie auch weiterhin in dem Glauben leben, dass ich Sie ganz furchtbar lieb habe und Sie mir wichtig sind. Schließlich wurde ich gut erzogen, bis zu einem gewissen Teil erfolgreich sozialisiert und weiß, wie wichtig es ist, diese Dinge im alltäglichen Miteinander vortäuschen zu können.

Wo war ich also die letzten zwei Wochen?!

Natürlich könnte ich Ihnen einfach erzählen, dass ich am Montag vor zwei Wochen einen klitzeklitzekleinen Nervenzusammenbruch hatte und der örtlichen Klinik einen Besuch abstatten musste. Aber wer will sowas schon hören?!

Daher habe ich stattdessen einfach ein paar Alternativen ausgearbeitet, von der Sie sich dann diejenige aussuchen können, die Ihnen persönlich am Besten gefällt.

Na, ist das nichts? Sehen Sie es als Service des Hauses. Als verfrühtes Weihnachtsgeschenk. You're welcome.

Variante 1)

Da es beruflich in Berlin bisher nicht so klappt, wie gewünscht, habe ich mich nach Alternativen umgesehen und das Jobcenter hat mir eine Stelle als Vertreter für Zeitschriftenabos vermittelt. Im Ausland. Genauer gesagt in Afrika, was theoretisch nicht schlecht war, da es mich bekannterweise zu diesem Kontinent hinzieht, wie westeuropäische Diktatoren nach Russland.

Leider erwies sich das Ganze dann auch als so erfolgreich wie der Russlandfeldzug. Ich würde nicht per se sagen, dass es eine schlechte Idee ist, Kochzeitschriften zu verkaufen, ich sage nur, dass Karthum dafür vielleicht nicht der richtige Ort ist.

Kochen und geniessen

Variante 2)

Ich war für zwei Wochen nicht ansprechbar, nachdem sich in der finalen Folge der zweiten Staffel von Sherlock Moriarty das Hirn weggeschossen hatte und man mir erklärte, dass er nicht notwendigerweise in der dritten Staffel wieder "auferstehen" müsse, da es offenbar in dieser Serie gar nicht um ihn geht, sondern um dieses schwule Detektivpärchen. Hatte mich zwar ohnehin über den Namen der Serie gewundert, aber wer konnte sowas denn ahnen?!

Nun musste ich erstmal damit zurechtkommen, dass der grandioseste Bösewicht von BBC vielleicht wirklich eventuell höchstwahrscheinlich tot ist. Und glauben Sie mir, ich habe nicht mehr so geweint, seitdem Alan Rickman in Stirb Langsam vom Hochhaus flatterte.

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Variante 3)

Vor meinem REWE in Köpenick stand Montag Nachmittag diese blaue Box, die in mir seltsam vertraute Gefühle wachrief und die ich nach kurzem Zögern auch betrat.

Der Doctor hat gesagt, ich darf Ihnen nicht erzählen, was danach passiert ist, aber den ein oder anderen dürfte es vielleicht interessieren, dass der Master mit bürgerlichen Namen Kevin heisst.

BlueTardis

Variante 4)

Nachdem ich nun über sechs Monate in Berlin wohne, musste ich erkennen, dass meine Wohnung immer noch nicht fertig eingerichtet war und vor allem die Wände ziemlich kahl waren.

Was macht man als pflichtbewusster Twitterer, wenn man weder Nutella noch Hack an die Tapete schmieren will? Richtig. Man bucht im nächsten Reisebüro eine Safari in Fantasia und schlachtet Einhörner:

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Variante 5)

Ich bin nun auch nicht mehr die Jüngste und da ich mich für sportliche Aktivitäten eher wenig [sic!] interessiere, habe ich mich entschieden, mein in die Jahre gekommenes Gesicht in die fähigen Hände eines Schönheitschirurgen zu geben.

Die Schwellung ist zwar noch nicht ganz abgeklungen, aber ich finde, das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen:


Mickey Rourke Bad Hair

In diesem Sinne: Vielen Dank, dass Sie mir trotz Abwesenheit und fadenscheiniger Ausreden treu geblieben sind. Ich möchte auch Gott danken. Und meiner Mutter. Sowie der Pharmaindustrie, ohne deren Produkte dieser Post nicht möglich gewesen wäre.

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