Mittwoch, 7. Dezember 2011

An das Volk

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DAS FOTO beschreibt zur Zeit so ziemlich genau meinen körperlichen und geistigen Zustand. Seitdem ich seit letzter Woche nun offizielle Doktorandin der Universität Potsdam bin, hat die Zeit des orientierungslosen Lotterdaseins ein jähes Ende gefunden.

Spürte ich erst letztlich den ganzen Stress des vergangenen Jahres von mir abfallen, die Tonnen von Bücher, die ich für die Magisterarbeit gelesen hatte, den Prüfungsstress, den ganzen damit verbundenen Schmodder, steht nun wieder eine Sackkarre voller Fachliteratur neben meinem aus Followerknochen geschnitzten Elfenbeinschreibtisch.

Und weil ich dachte: Mensch, das reicht ja noch nicht, der Tag hat schließlich 24 Stunden - also genau genommen hat er hier in Berlin aktuell nur ca. acht Stunden, die restlichen 16 Stunden verbringen wir in unseren Höhlen, zusammengekuschelt am Lagerfeuer und reichen abwechselnd Club Mate rum, während draußen das vor sich geht, was man nur mit ganz viel Euphemismus als Vorbote des Winters bezeichnen kann - ich persönlich nenne es schlicht die klimatische Wiedergeburt Stalingrads -, aber wie auch immer: Nachdem ich acht Stunden bei Tageslicht über spaßigen Texten und Karten über Ghettos und Konzentrationslager gehockt habe und deswegen Abends voll des Glücks bin

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und eigentlich dringend Alkohol oder vergleichbares bräuchte, um die Eindrücke des Tages hinfortzuspülen, bin ich ein artiges, fleißiges Mädchen [vor allem jedoch bin ich ein bankrottes Mädchen, das kein Geld für Alkohol hat..], und konzentriere mich stattdessen anschließend auf meine zwei anderen Babies, die beide unter dem wahnsinnig hohlen und naiven Topic "Kunst" laufen.

Als jemand mit preußischen Ahnen verstehe ich mich natürlich auf Zeitmanagement und Effizienz, jedoch hat auch mein Tag nur 24 Stunden und hin und wieder muss ich mich in meine Gruft zurückziehen und ein wenig schlafen.

Soll heißen, ich muss an einigen Stellen ein paar Abstriche machen.

Und mit an einigen Stellen meine ich das Blog.

Und mit ein paar Abstriche machen meine ich weniger bloggen.

Ich hatte mich Anfang November, nach dem Oktoberexperiment, darauf verständigt nun dreimal die Woche, jeweils Montags, Mittwochs und Freitags zu bloggen. Leider muss ich zu der Erkenntnis kommen, dass (und das fällt mir wirklich sehr schwer öffentlich zuzugeben) auch mir Grenzen gesetzt sind und ich es aktuell nicht schaffe, dreimal die Woche zu bloggen.

Vor allem wenn es nicht einfach nur rebloggte YouTube-Videos oder lustige Bildchen sein sollen:

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Daher, wertes Volk, höret, was ich beschlossen habe, als ich heute Nachmittag die jüdische Population in verschiedenen polnischen Städten vor Beginn des Krieges prüfte (Yeah, sounds like fun, doesn't it?!):

Von nun an werde ich nur noch zweimal die Woche bloggen.

Und zwar jeweils Dienstags und Donnerstags.

Und wenn ich von nun an sage, meine ich, ab nächster Woche. Es wird noch einen Post am Freitag geben, irgendein passendes YouTube-Video werde ich schon noch auftreiben, und danach gilt die Dienstag-Donnerstag-Regel.

Cause that's my blog and I make the motherfucking rules.

Und immer dran denken: Das hat nichts mit euch zu tun, die Anzahl der Posts sagt nichts über meine Gefühle zu meiner Leserschaft aus. Ich liebe euch auch weiterhin wie eine Mutter. Zwar vorrangig wie eine Mutter, die ihre Kinder am liebsten im Wald aussetzen würde, weil sie anfangen zu schreien, wenn man dabei ist 'America's Next Topmodel' zu gucken, aber dennoch wie eine Mutter, und dieses Band wird uns niemand nehmen können.

[Some of the images are found on tumbl (or somewhere else on the internet). If I violated any copyrights you might have, please do not hesitate to contact me and I will remove the picture.]