Dienstag, 11. Oktober 2011

Armageddon. Oder so.

Es kam wie aus dem Nichts. In der einen Sekunde sprach ich noch mit meiner Mutter über Skype, in der nächsten: Nichts. Kein Bild, kein Ton. Auch das Tweetdeck und alle 5.819 Tabs in Safari wollten sich nicht mehr aktualisieren lassen. Schnell war klar, mit einem einfachen aus- und wieder einstöpseln des Wlandingsgerätes war es nicht getan. Wir waren abgeschnitten. Da wir noch kein Festnetz in der neuen Wohnung hatten, waren wir auf unsere Handys angewiesen, aber bei ihrem war die Prepaid-Karte leer und mein iPhone hatte den selben Anbieter wie das Wlandingsgerät. Was war bei Vodafone geschehen? Wir konnten nur mutmaßen, aber ohne es aussprechen zu müssen, ahnten wir doch alle die Wahrheit: Skynet. Alles andere wäre albern.

Skynet terminator

Wir wussten nicht wieviel Zeit uns noch blieb, bis draußen auf den Straßen der Stadt Chaos und Anarchie ausbrechen würden, bis Teetassen als Geschosse zweckentfremdet und die britischen Rasen, sonst akkurat auf 5cm getrimmt, plötzlich die Stadt überwuchern würden. Armageddon. Oder so.

So schnell wie nur möglich schmissen wir alle elektronischen Geräte aus dem Fenster. Die Furcht, dass Skynet irgendwie an den Allspark gelangt war und jeden verschissenen Toaster gegen uns zum Einsatz bringen konnte, hielten wir für durchaus berechtigt. Wir verriegelten die Fenster mit Pampers und Plumeaus, zerschlugen die Kinderwiege, um ein Feuer im Wohnzimmer zu entfachen und unsere entkräfteten Körper zu wärmen und suchten die Wohnung nach Ess- und Trinkbarem ab. Die Ausbeute war mager: 37 Flaschen Babymilch, 1 Milky Way und 2 Scheiben Gouda. Doch wir würden durchhalten, wir würden überleben.

Wir mussten.

Wir konnten nur erahnen, welche tragischen Szenen sich hinter den Gardinen der anderen Wohnungen abspielen würden. Gab es da draußen überhaupt noch Überlebende? War das Unheil nur über Edinburgh hereingebrochen, über die ganze Insel oder gar die ganze Welt? Wir mussten mit dem Schlimmsten rechnen und dazu gehörte auch die Möglichkeit, dass wir die letzten noch Lebenden unserer Art waren.

Flooded cars

Und gerade als wir alle Hoffnung aufgeben wollten, aktualisierte sich Tweetdeck (Ich hatte das MacBook natürlich nicht aus dem Fenster geschmissen.. ich meine.. niemand schmeisst ein MacBook aus dem Fenster): Wir hatten wieder W-Lan.

Es waren die längsten 36 Minuten meines Lebens.

[Some of the images are found on tumbl (or somewhere else on the internet). If I violated any copyrights you might have, please do not hesitate to contact me and I will remove the picture.]