Samstag, 10. September 2011

Kleine Perle des Filmuniversums

Beim Suchen einer neuen Wohnung gibt es viele Dinge zu beachten. Wie ist die Lage? Gibt es einen guten Anschluss an die öffentlichen Verkehrsmittel? Liegt ein Supermarkt in der Nähe? In welchem Zustand ist die Wohnung? Fenster im Bad? Keller? Kann man den schwarzen Schimmel abpopeln oder mit einem feschen Take That Poster überkleben? Teilen die Fixer des Bezirks ihr Besteck mit einem oder muss man sich eigenes besorgen? Wie weit ist es bis zum Krankenhaus? Wie lange brauchen die Bullen im Durchschnitt bis zur Wohnung? Ist der Dönerladen um die Ecke auch wirklich ein Dönerladen oder doch ein Kakerlakenzüchter, der zufälligerweise nur Döner verkauft? Fragen über Fragen, die es zu bedenken gilt.

Und so relevant jede einzelne davon auch sein mag. Für mich zählt generell nur eines: Wo ist die nächste Videothek?!

In meinem Fall: Direkt gegenüber meines Hauses im Einkaufscenter. Köpenick verfügt zwar weder über einen Starbucks noch einen Dunkin' Donuts, aber zumindest über gut sortierte Filmesammlungen - denn auch die Nazis, die, so vermute ich aufgrund der Tonnen von NPD- und ProDeutschland-Plakaten in diesem Bezirk, hier im Osten Berlins ihren arischen Traum leben, wollen nach einem langen, harten Tag des Pöbelns, der Ignoranz und Idiotie einfach mal für zwei Stunden abschalten und bei Filmen wie "Aimée und Jaguar" ihre weiche Seite entdecken.

Wie auch immer.

Während ich gestern laut fluchend versuchte die einzelnen Bestandteile des IKEA-Tisches NORDEN in etwas zu verwandeln, das man auch als Tisch bezeichnen kann, lief dabei folgender, frisch ausgeliehener Film:

Während der Großteil meiner Freundinnen sicherlich den Film nur deswegen schauen würde, weil Julian McMahon eine pupsige Nebenrolle darin spielt, möchte ich auf die älteren Herren darin verweisen, in die ich allesamt seit gefühlten dreißig Jahren verliebt bin.

John Malkovich, der einen Fusel spielen könnte und ich wäre immer noch begeistert, weil niemand einen Fusel wahnsinniger spielen könnte als er. Bruce Willis, der zu den Männern gehört, bei denen ich auch gerne den Ton ausschalte, um ihn mir einfach nur anzugucken. Morgan Freeman ist Morgan Freeman ist Morgan Freeman. Richard Dreyfuss für den ich seit Der weiße Hai eine enorme Schwäche habe. Und Brian Cox. BRIAN COX. Ich liebe Brian Cox. Ich meine, er ist der Original Hannibal Lecter. Er ist Agamemnon. Er ist das Ur-Böse. Stets mit einem diabolischen Lächeln auf den Lippen. Und hier ist er auch so handzahm wie selten.

Ein alter Sack neben dem anderen. Einer besser als der andere. (Wobei Malkovich immer ein klein wenig bessererer ist..) Und mittendrin Helen Mirren, die mit ihrem Lächeln töten kann, und eine wahrhaft, wahrhaft bezaubernde Mary-Louise Parker.

Ach ja, Karl Urban spielt auch mit. Ihr wisst schon. Èomer. Dings. Herr der Ringe.

Und falls ihr immer noch nicht sicher seid, ob ihr ihn euch ausleihen sollt, ist hier Trailer Number Two:

Angucken! In Zeiten wie diesen, in denen gute Filme Mangelware sind, sollten wir dem Kinogott für kleine Perlen wie diesem Film, der vor allem von seinen wundervollen Darstellern lebt, danken.

In diesem Sinne

Shabbat Shalom.