Mittwoch, 20. Juli 2011

Zeusch

Himmel, Arsch und Zwirn - Ich habe echt verdammt viel Zeug angesammelt in den letzten elf Jahren. Als ich damals hier eingezogen bin, glich die Wohnung der Zelle eines Zen-Mönches irgendwo in der Einsamkeit der japanischen Berge. Nun, elf Jahre später gleicht mein Umfeld eher dem nächsten Drehort für Tine Wittlers Kampf gegen Messie-Behausungen.

Ich bin ein Horter. Meine Mutter ist ein Horter und meine Oma war schon ein Horter. Wir schmeissen einfach nichts weg. Weil.. man könnte es ja noch mal gebrauchen! Und wenn man's ja weggeschmissen hat, muss man es neu kaufen und wir hatten ja nichts.. damals.. nach dem Krieg. Also horte ich.

Das ist theoretisch kein Problem. Ich könnte einfach weiter vor mich hinhorten. Aber ich ziehe um (Waaaas? Ja, ich weiß, das kommt jetzt super überraschend..) und ich habe nicht mal ansatzweise Lust den ganzen Kram, Klimbim, Kinkerlitzchen, Kokolores mit nach Berlin zu nehmen. Denn ich habe sehr klare Vorstellungen davon, wie mein Leben in Berlin aussehen wird. Wie ich sein werde. Was ich machen werde. Und vor allem, wie meine Wohnung dort aussehen wird. Es ist alles geplant. Also in meinem Kopf. Und da liegt das Problem. Das praktische. Denn so in etwa sieht meine Wohnung jetzt aus:

Tumblr ky0nhpSpNx1qzujwmo1 500

Und etwa so soll die Berliner Wohnung aussehen:

Tumblr l3d0whWwXF1qzb2hmo1 400
Oder so:
Tumblr lfasie3y7v1qav6t4o1 500
Oder so:
Tumblr lhcb24vps31qzdw8ao1 500

Ich könnte das ewig fortsetzen, da ich seit 1,5 Jahren Wohnungsfotos sammle (502 pictures so far..), aber ich denke, es ist recht offensichtlich, wie ich zukünftig wohnen will. Und damit kommen wir zu dem erwähnten Problem:

Isch han zuviel Zeusch!!

Nach der Zeugnisvergabe letzten Donnerstag habe ich angefangen wegzuschmeissen. Zehn Sachen pro Tag. Samstag habe ich dann gemerkt, dass ich damit nicht weit komme.. also habe ich erhöht: Zwanzig Sachen pro Tag. Und als ich gestern hier so saß und hilflos wie ein rasierter Mops auf einer einsamen Insel meinen Blick schweifen ließ, dachte ich: "Verdammte Axt!! Du fährst in dreizehn Tagen nach Berlin, du wirst hier nicht fertig, so wird das nüschts!!" Also erhöhe ich erneut: Auf dreißig Sachen pro Tag.

Und es wird immer schwerer. Mit jedem Dings, das in der Tonne oder als Spende bei Oxfam oder der Stadtbib landet, fällt die Trennung schwerer und schwerer. Und das einzige, was dafür sorgt, dass ich nicht aufgebe, ist der Gedanke, dass ich nicht so nach Berlin ziehen will:

Umzug

Ich rödel dann mal weiter..

[Some of the images are found on tumbl (or somewhere else on the internet). If I violated any copyrights you might have, please do not hesitate to contact me and I will remove the picture.]