Freitag, 15. Juli 2011

Social Media Gedöns

Internet. Eine tolle Welt. Denn man kann die ganze Welt, also die analoge, sehen, bestaunen und erfahren ohne das Haus verlassen zu müssen. Man muss noch nicht mal eine Hose tragen.

Gut, anfassen ist nicht (außer sich selbst), aber aus eigener Erfahrung ist anfassen auch außerhalb meiner vier Wände nicht überall gern gesehen, vor allem, wenn man vorher nicht fragt.

Wenn ich überlege, was ich mir alles ohne das Internet entgehen würde - Wie viele Dinge, Menschen, Geschichten, Fotos es da draußen gibt, von deren Existenz ich sonst niemals erfahren würde!! Angewiesen auf Zeitungen und das Fernsehen, die es in den letzten 28 Jahren nicht wirklich geschafft haben, meine Vorlieben zu befriedigen. Mich interessiert nur selten was der General Anzeiger schreibt, die deutsche Humorlandschaft im Fernsehen finde ich fast schon abstoßend und was die täglichen Themen bei ExplosivExklusivTaffetcetc. angeht:

 

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Ich muss mir alles selbst zusammen suchen. Und zwar in den Weiten des Internets. Ich durchstöbere wie ein hungriges Frettchen vor allem internationale Nachrichtenseiten (da sich zum Beispiel vor längerer Zeit die deutschen Medien geweigert haben, meinen Wissensdurst über die Cholera-Epidemie in Simbabwe zu stillen - wo ich an dieser Stelle voll Inbrunst und latentem Hass auf die deutsche Medienlandschaft gerne noch einmal betonen möchte, dass EHEC ein feuchter Furz im Wind war im Vergleich zu dem, was im südlichen Afrika damals vor sich ging UND ICH SOLLTE NICHT GENÖTIGT SEIN DIE SEITE DER WHO ZU STALKEN UM REGELMÄßIG INFORMATIONEN ZU KRIEGEN!!.. Ganz ruhig, Brauner..) - kurz um:

Ich bin ein Fan des Internets.

Blogspot. Twitter. Facebook. Tumblr. Twitpic, YouTube, Flickr, Dailybooth, Google+. Ich bin überall, teilweise doppelt und dreifach. Ja, man kann sogar sagen, ich bin süchtig danach. Social Media ist mein Crack.

Aber, und es fällt mir nicht leicht das zu sagen, es wird langsam etwas unübersichtlich. Früher war mehr Nische. Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben von meiner großen Liebe Internet überfordert. Ich werde erschlagen. Die Tweets meiner Timeline erleben bei Facebook ihr Revival, Fotos von Tumblr werden zu gleichen Teilen bei Twitter, Facebook und Google+ präsentiert, alles doppelt, alles dreifach, alles einfach zuviel. Mir fehlt der rote Faden, mich nervt die Wiederholung, es ist unübersichtlich und all das ist mir erst mit Google+ bewusst geworden.

Und zwar, weil ich bis heute keinen blassen Schimmer habe, wozu ich das nutzen soll. Ich sage dort nichts, was ich nicht schon an anderer Stelle gesagt habe. Also.. hülle ich mich dort in Schweigen und beobachte mit einer Mischung aus Irritation und Faszination, das mich Leute eincirceln..

Es ist, als hätte man auf zu vielen Hochzeiten getanzt und wacht am nächsten Morgen betrunken und klebrig von Schokosirup im Hotelzimmer eines fremden Mannes auf, schaut sich verdutzt um und fragt sich: "Wie zur Hölle bin ich hier gelandet?" Genauso ist Google+.

Ohne es zu merken, habe ich mich in den letzten Jahren verloren im Dschungel des Social Media Gedöns, bin einfach immer weiter gelaufen und habe nun mit Google+ gemerkt, dass ich den Überblick verloren habe. Ich weiß wozu ich Twitter nutze. Wozu ich Facebbok nutze. Wozu Tumblr. Aber was genau mache ich jetzt mit diesem Google+?!

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Ich will bestimmte Sachen nicht an fünf verschiedenen Orten posten. Und ich will auch nicht auf eben diesen Plattformen jedesmal das selbe Video einer Katze sehen, die in verschiedene Kartons springt. Ich wäre also dankbar für eine Anleitung, wozu Google+ da ist, bzw. wofür ich es nutzen soll.

Ich stehe hier, verwirrt, überfordert, gelangweilt und leicht betrunken und brülle ein

"Brauche ich Google+?

Und wenn ja, wozu?!"

in den Kosmos hinaus.