Montag, 23. Mai 2011

Gruselig gut

Bevor ich meine Zähne in Platon's Phaidon und Curtius Rufus' Alexandergeschichte vergrabe, um mich auf die mündlichen Prüfungen vorzubereiten, schmettere ich ein koffeingetränktes Hallöchen in meinen Blog. The Examensklausur ist geschafft und mehr als 48 Stunden später fällt mir immer noch nicht ein, was ich anderes hätte schreiben sollen, als das was mir in den 4,5 Stunden in Hörsaal X so durchs Hirn geflattert ist. Ich bin also recht zuversichtlich. Klausur gibt es erst zusammen mit der Zeugnisübergabe - es gibt wohl einen Aushang am Morgen der Zeugnisvergabe, aber die paar Stunden machen den Brei auch nicht fett.

Also.. Examensklausur vorbei. Vorbei, vorbei. Vorbei, vorbei. Seltsames Gefühl. Unwirklich. Jahrelang waren die Magisterprüfungen etwas fernes, nebulöses. Etwas was andere machen. Alte Studenten. Erwachsene Studenten. Und nun soll ich den ersten Teil schon hinter mir haben? Und in zwei Monaten soll dann alles vorbei sein? 37 Semester einfach so vorbei? Nein, das kann ich irgendwie alles noch nicht wirklich glauben..

Und andererseits wird die Zukunft immer fassbarer. Eine Wohnung in Berlin zur Zwischenmiete für den gesamten August schon gefunden und gemietet. Zwei Professoren, die sich mit mir im August zwecks Promotion treffen wollen - ebenfalls gefunden. Ein Museum, das ein Volontariat für Absolventen ohne Promotion anbietet - heute gefunden. Alles wird langsam real. Gruselig. Aber gruselig gut.

Sollte etwa alles gut werden? Ich wage es nicht zu hoffen. Ich bin kein Pessimist. Ich rechne nur lieber mit dem Schlimmsten. Denn dann positiv überrascht zu werden, ist immer besser, als andersherum.. Und dennoch kann ich mich im Moment nicht gegen einen gewissen Frohsinn wehren und hin und wieder beginne ich sogar fast zu lächeln.