Mittwoch, 5. Januar 2011

Weintrinker unter sich

Wie der Weltöffentlichkeit unlängst bekannt ist, plane ich Weintrinker zu werden. Rotweintrinker um genau zu sein. Das beruht auf keinerlei Gründen, die für den normalen Menschen nachzuvollziehen sind. Das ist einfach so.

Jetzt gibt es vor allem bei diesem Punkt ein nicht unerhebliches Problem. Denn ich mag keinen Wein. Ich finde ihn, genauso wie Sekt, Bier oder Champagner, einfach nur furchtbar. Ich trinke so süßes Zeug. Amarula auf Eis. Heißen Kakao mit Bailey’s. Amaretto mit Kirschsaft. Sowas. Aber Wein ist eher so bäh. 

Jetzt darf ich auf mich jedoch keinerlei Rücksicht nehmen. Es geht hier schließlich um höhere Ziele.

rotwein

Also habe ich heute Wein gekauft. Eine Flasche. Mir wurde unmissverständlich mitgeteilt, dass die in der Flasche wohl besser seien als die im Karton. Mir wurde, anhand meiner bisherigen Geschmacksvorlieben, geraten einen lieblichen oder halbtrockenen zu kaufen, irgendwas süffiges. Der Wein, den ich nun gekauft habe, ist ein Spätburgunder [was immer das heißt!] von der Ahr, lieblich, Jahrgang 2008 [ob das gut ist, weiß ich auch nicht], 11,5% Alkohol [das ist gut!], enthält Sulfite [keine Lust zu googeln, was das nun ist] und laut dem kleinen Pappschildchen im Regal soll das Aroma irgendwie wie Kirsche und Mandeln sein [und da dachte ich mir, hey! wie Amaretto-Kirsch!!].

Nun habe ich also eine Flasche Rotwein. Hier vor mir stehen. Und nachdem ich mir von meiner Mutter ein Weinglas und einen Flaschenöffner geliehen habe, stand ich vor dem nächsten immensen Problem: Wie zur Hölle öffnet man so eine Flasche? 

Ich möchte euch hier nicht mit den Einzelheiten dieser herkulischen Aufgabe langweilen, lasst mich nur sagen, dass ich kurzfristig daran zweifelte, ob man mir damals zu Recht mein Abitur verliehen hat.

Aber nun ist die Flasche zumindest auf und was soll ich sagen? Sie riecht genauso kacke wie jeder andere Wein, an dem ich zuvor in meinen 28 Jahren geschnuppert hatte. Aber Arschbacken zusammenkneifen und rein damit ins Gläschen! Oder doch erst atmen lassen? Eine kurze Google-Recherche lässt mich nicht wirklich schlauer werden. Da stehen lustige Sachen wie Karaffieren und Dekantierer und dass da was oxidieren kann und das ist dann schlecht. Also doch bis fünf zählen und rein ins Glas.

Eins Mississippi

Zwei Mississippi

Drei Mississippi

Vier Mississippi

Fünf Mississippi

Die Farbe des Weins gefällt mir. So schön Traubensaftig. Riechen tut er aber auch im Glas kacke. Ein kleiner Schluck und mein bisheriger Eindruck, dass ich Wein wirklich nicht mag, bestätigt sich aufs neue. Auch der zweite, diesmal mit mehr Elan genommene Schluck, lässt mich das Gesicht nur zu einer ekligen Fratze verziehen, die man sonst nur auf den Zinnen alter Kathedralen findet . Beim dritten Schluck ebenfalls. Ich bilde mir kurz ein, dass er beim dritten Mal nicht ganz so scheisse geschmeckt hat, wie beim zweiten Mal, aber der vierte Schluck bestätigt das bisherige eher negative Ergebnis. 

Aber ha, ha, da fällt mir Fuchs ein, dass ich noch Traubensaft im Kühlschrank habe. Schnell gemischt und plötzlich schmeckt der Wein auch gar nicht mehr so scheisse. Nur noch semi-scheisse. Was auch irgendwie nur suboptimal ist. Wenn ich jedoch den Wein etwa 1:10 mit Traubensaft verdünne, schmeckt er wirklich sehr lecker – aber irgendwie ist das nicht das, was ich mir unter Rotweintrinker vorstelle. Natürlich könnte ich den Weinanteil nach und nach erhöhen. Spontane Hochrechnungen ergeben, dass ich bei einem regelmäßigen Konsum von einer Flasche Wein am Tag etwa 2014 auf den Traubensaft verzichten kann!!!

Also, wir fassen zusammen: Ich werde kein Weintrinker. Das bricht mir das Herz. Wirklich. Aber vielleicht gibt es noch andere alkoholische Getränke, von denen ich gerne behaupten würde, sie zu konsumieren.

Wie schmeckt eigentlich Jack Daniels?

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