Dienstag, 2. November 2010

Hier.. Dings.. Kunstgedöns und so!

Man kommt ja zu nix, wenn man Magisterarbeit schreibt. Dabei schreibe ich noch gar nicht. Ich lese nur. Letzte Woche allein fast zwanzig Bücher und einen Riesenhaufen von Kopien. Da kommt man zu nix mehr. Nicht, dass mein Real Life bisher besonders spannend gewesen wäre oder meistens außerhalb meiner eigenen vier Wände stattgefunden hätte. Ne, ne, ne, das Real Life draußen ist bäh, da sind Menschen, die schwitzend in Bussen sitzen, einen anrempeln, grunzen, manchmal wollen sie mit einem sprechen, haben eine Frage oder geben sich sonstigen Lästigkeiten hin.

Und was mache ich so im Real Life in meiner Wohnung? Manchmal staubsauge ich. Hin und wieder putze ich die Fenster. Samstags stricke ich. Eine Decke. Für Berlin. Weil’s da kalt ist und ich mir sicher keine Heizung leisten kann.

Vor gut einem Monat – vielleicht auch zweien, Zeit verliert seine Bedeutung, wenn man den ganzen Tag alleine über den Schreibtisch gebeugt sitzt – habe ich das Zeichnen wieder für mich entdeckt. Oder das Kreativgedöns so im Allgemeinen.

Und weil man ja nicht die ganze Zeit Bücher über die Shoah lesen kann, ohne matschig im Kopf zu werden, dachte ich mir, das wäre eine gute Sache, diese kreative Sache. Also habe ich in einem Anfall von Größenwahn einen DaWanda-Account eingerichtet, eine Buttonmaschine gekauft, ungefähr Siebzehntrillionen Euro für Kunstgedönskram ausgegeben, einen extra Blog eingerichtet, sogar einen zweiten Twitter-Account angelegt und und und..

Und für einen kurzen Moment spürte ich so etwas wie zartes Glück. Nur ein Hauch. Ganz sanft. Ich hatte völlig vergessen, wie viel Spaß dieser Kreativscheiss doch macht! Ich liebkoste alte Zeichnungen von mir, feierte mein verkanntes Talent, saß fröhlich wie eine zugekokste Elfe am Schreibtisch und bastelte, frimelte, zeichnete vor mich hin.

Maßlos wie ich war, hatte ich endlos viele Ideen. Tausende. Abertausende. MILLIARDEN. Und in meinem Kopf waren sie auch toll, makellos, perfekt, wuuuunderschööön. In der Realität saß ich laut fluchend an einer Nähmaschine, die nicht so wollte, wie ich, popelte mir unentwegt den Uhu von den Fingern und brüllte die Häkelnadel in Grund und Boden. Gut, am Ende kam hin und wieder auch was schönes bei raus..

IMG_0439 IMG_0242 - Kopie

..doch irgendwie ließ die Euphorie nach, der Arbeitseifer sowieso. (Zwischendurch wurde er nochmal angeheizt, als tatsächlich jemand was von meinen Sachen gekauft hat, seien wir ehrlich, damit hat doch nicht wirklich jemand gerechnet!)

Ich dachte schon, das war’s. Nur eine kurzfristige Laune, wie ich sie ständig habe. Nicht mehr, nicht weniger. Dann habe ich heute wieder ein wenig rumgekritzelt. Und dabei sind die hier rausgekommen:

Foto(2)

Foto(3)

Foto(4)

..und was soll ich sagen? Ich liebe es, ich liebe mich, euch, das Leben, alles. Champus für alle. Kussi mit Bussi!