Donnerstag, 14. Oktober 2010

Es kann nur einen geben

Ich habe vor einigen Tagen “Robin Hood” mit Russel Crowe gesehen und wollte eigentlich in allen Einzelheiten darüber motzen, warum mir der Film nicht gefallen hat. Ich kleinkariertes, störrisches Wesen hatte mir sogar während des Films Notizen gemacht! Angefangen bei so historischen Niggelichkeiten, dass Eleonore von Aquitanien die zukünftige zweite Frau ihres Sohnes Johann Ohneland als “französisches Plunderstück” bezeichnet (was der Geschichtestudierenden Kleinhirnrinde nur böse Zuckungen entlockt), bis hin zu der schlichten, aber wesentlichen Tatsache, dass Kevin Costner nicht tot ist!!!111

Denn es ist extrem (nochmal mit Emphase: EXTREM) unhöflich einen neuen Robin Hood Film zu machen, während der alte Darsteller noch lebt (1991 war Errol Flynn ja praktischerweise schon was länger tot).

Ich weiß, dass der Kevin seit geraumer Zeit nicht mehr wirklich zur Topgarde von Hollywood gehört, aber, verdammt nochmal, er ist, glaubt man Wikipedia, noch am Leben!
Es kann nur einen geben.
Was für den Highlander gilt, gilt für Robin Hood schon lange.



Wir ignorieren die läppischen Schauspielversuche von Christian Slater, preisen stattdessen die wundervolle, eklige Fiesheit eines Alan Rickman und die Nacktszene von Kevin Costner. Wir erheben uns gegen einen grumligen Russel Crowe der den heiteren, charmanten Helden darstellen soll. Wir protestieren gegen dieses bekloppte Drehbuch, das uns, die wir “König der Diebe” Fünfzigtrillionenmal gesehen haben, nur verwirrt (da hat der Robin Hood plötzlich ‘nen anderen Nachnamen!! Hallohoo?!). Wir verlangen die vollständige Vernichtung des Filmmaterials und wo wir gerade dabei sind, hätten wir gerne noch einen Latte Macchiato to go.

Wir wissen, dass wir hier im pluralis majestatis reden und es ist uns egal. Denn wir sind verwirrt und aufgewühlt. Genauso wie damals, als wir “King Arthur” gesehen haben und uns fragen mussten (trotz der schönen, darin vorkommenden Männer) welche Existenzberechtigung dieser Film überhaupt hat.

Wir haben hiermit unserem Unmut Luft gemacht und werden erst dann einen neuen Robin Hood anerkennen, wenn der alte nicht mehr da ist. Denn dann werden auch wir sagen:

Robin Hood ist tot.

Es lebe Robin Hood.

Bis dahin jedoch, stehen wir fest zu dir, Kevin.