Samstag, 25. September 2010

Goebbels war mein Hamster

1 Katze
2 Meerschweinchen
2 Zwergkaninchen
Unzählige Fische (ca. 50% von Katze gefressen)
4 Zebrafinken
4 Wellensittiche
1 Seidenhuhn
Unzählige Farbmäuse (ca. 10 von Katze gefressen)
6 Rennmäuse
1 Grasstreifenmaus (zufällig von einer Rennmaus niedergemeuchelt)
Unzählige Hamster (haben sich teilweise selber aufgefressen)
2 Ratten 4 Ratten

Oy. So aufgezählt ist das schon irgendwie eine Menge an Tieren, die ich in 28 Jahren so gesammelt habe. Ich habe keine Ahnung, welchen tiefenpsychologischen Ursprung meine Haustierbesessenheit hat, aber ich weiß, dass sie als Kind begann.

Meine Familie hat von jeher eine ambivalente Einstellung zu Haustieren. Die eine Seite hält seit der Geburt Christi Hunde, die andere Seite fragte mich erst letztes Jahr (mit einem super skeptisch-angeekelten Ton in der Stimme), ob ich meine Katze denn auch anfassen würde.

In der Grundschule hatte ich zwei Hamster, die sich gegenseitig umgebracht haben. Als 12-jährige schleppte ich zum Entsetzen meiner Mutter einen Schuhkarton mit vier Farbmäusen an. Als 13-jährige hielt ich heimlich eine Ratte in meinem Kleiderschrank – ebenfalls zur würgreizaulösenden Freude meiner Mutter. Immer wieder schleppte ich irgendwas an.

Dann zogen wir um und ich erhielt im selben Haus unterm Dach meine eigene kleine Wohnung – mit einem Schloss an der Tür! Dass ich nach dem sofortigen Großeinkauf beim Kleintierhandel, beim Versuch an der Wohnung meiner Mutter vorbei zu schleichen, auf ebendiese stieß, läuft unter der Kategorie “dumm gelaufen”.

Es folgten noch zu Oberstufenzeiten meine ersten Meerschweinchen, Kaninchen und im Zuge eines Zoo-Praktikums ein Haufen Mäuse (wusstet ihr, dass die dort die Babymäuse an die Vögel verfüttern?! Ich MUSSTE sie retten!! Gut, dass meine Katze herausgefunden hat, wie man Käfigtüren öffnet, läuft ebenfalls unter der Kategorie “dumm gelaufen”).

Jetzt ist meine Katze, die ich zehn Jahre hatte, vor mehreren Monaten gestorben. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt etwa drei Jahre lang nur die Katze gehabt – mit dem Alter tritt wohl auch die Mäßigung ein – und erst war an ein neues Haustier nicht zu denken. Außerdem stand der Gedanke im Raum sich nächstes Jahr in Berlin in dem gigantomanischen Tierheim der Stadt mit neuen kleinen, pelzigen, besten Freunden auszustatten.

Aber es wurde so still hier in meiner kleinen Wohnung. Ich schreibe jetzt meine Magisterarbeit und lerne für die Prüfungen, d.h. ich bin die meiste Zeit der Woche, des Monats – ach, ich bin die ganze Zeit zuhause. Und dann fällt es schon auf, wenn da ansonsten niemand anderes ist..

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Also grübelte ich darüber, welches Tier ich mir denn holen sollte. Und als ich gestern mit meiner Schwester bei IKEA war, fragte ich sie beiläufig, ob wir auf dem Rückweg nicht noch bei KNAUBER vorbeifahren könnte. Meine Schwester, nichts ahnend, bejahte. Vermutlich dachte sie, ich wollte eine Blume kaufen oder eine Leinwand. So eine Närrin. Dort angekommen stand ich vor der Wahl Meerschweinchen, Mäuse oder Ratten?!

[Hamster werde ich mir wohl nie wieder holen, nachdem mein Hamsterpärchen, die eigentlich aufgrund der akuten Fettheit des Männchens Hermann und Emmy Göring hießen, seine eigenen Babys massakrierte, und ich sie daraufhin in Joseph und Magda umbenannte und Joseph einen Einzelkäfig mit der Aufschrift SPANDAU erhielt. Ich glaube eigentlich nicht an Reinkarnation, aber die Zeichen waren hier eindeutig.]

Ich habe die Entscheidung aufgrund der allseits bekannten  Scheisse-und-Zähmungs-Skala getroffen. Soll heissen: Meerschweinchen machen super viel Scheisse, sind so semi zu zähmen, Mäuse machen weniger Scheisse, sind aber auch eher so lala zu zähmen, Ratten machen mittel Scheisse und sind am besten zu zähmen. Einfache Entscheidung.
 
Und ja, ich fasse die beiden auch an.