Dienstag, 29. Juni 2010

Selbstsabotage

Entschuldigt, wenn dieser Text etwas wirr wirkt, aber ich habe die letzten zehn Minuten damit verbracht meinen Schädel gegen die Wand zu schlagen und mir läuft noch etwas Blut über die Augen, so dass ich nicht richtig tippen kann.

Manchmal denke ich, ich hab sie nicht alle beieinander. Na ja, eigentlich denke ich das regelmäßig, ziemlich oft, okay, die ganze Zeit, aber in diesem Falle zweifel ich an meiner Reputation (schnell das Wort nochmal bei Wikipedia nachgeschlagen, ob’s auch passt, ja tut es, also weiter..).

Seit fast neun Monaten (!!) rede ich von nichts anderem als Berlin. Dass ich Berlin liebe. Dass ich nach meinem Abschluss nach Berlin ziehe. Dass ich in Berlin alles machen werde, was ich in Bonn nie gemacht habe. Dass ich in Berlin glücklich werde. Dass ich in Berlin die Glückseligkeit und innere Zufriedenheit erreiche, um die mich selbst ein beschissener Buddha beneiden würde.

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Ich rede über Berlin. Träume von Berlin. Spare für Berlin. Plane für Berlin. Und wenn ich in einen Hundehaufen trete, denke ich voller Öpve an Berlin.

Und dann sitze ich heute in der Mittagspause mit meiner Chefin bei einem Kaffee und befinde mich plötzlich in einem Gespräch über eine eventuelle feste Anstellung nach meinem Uni-Abschluss 2011. Ich dachte bisher immer, sie hätten überhaupt nicht genug Beschäftigung für eine weitere Angestellte und nun stellt sich raus, dass das gar nicht der Fall ist. Ich sitze also in der Sonne, schlürfe einen Latte Macchiato, lache meschugge vor mich hin und verabrede mit meiner Chefin, dass sie mit Chefin No.2 mal durchrechnen sollen, ob und wie sie mir ein Angebot machen können, sollen, wollen.

Versteht mich nicht falsch, vielleicht kommt da nichts zustande, vielleicht bieten sie mir zu wenig Geld oderoderoder. Noch ist da alles offen.

Aber wie konnte es denn bitte dazu kommen, dass ich mich selbst sabotiere? Berlin sabotiere? Meine verdammte Glückseligkeit und die verfickte innere Zufriedenheit sabotiere?

Oder ist es gar nicht Sabotage? Ist es vielleicht das, was *schluck* “Erwachsene” machen? Finanzielle Absicherung über Träume stellen? Einer der wesentlichen Gründe, warum ich aus Bonn weggehen will ist, dass ich hier keine Optionen habe, dass Bonn mir nichts bietet. Und wenn ich hier doch eine Option hätte, was mache ich dann?

Was wird dann aus Berlin?