Sonntag, 2. Mai 2010

Ich bin gerne ein Ich

Vor einigen Wochen proklamierte ich die Suche nach einem männlichen Gegenstück zu meiner Person. Bäh. Puh. Ne. Hiermit proklamiere ich das endgültige Einstellen einer solchen Suche. Forever. Glaubt jetzt nicht, das liegt daran, dass irgendein wüster Penis mein zartes Herzchen gebrochen hat, denn wie wir schon festgestellt haben, besitze ich ein solches nicht. Es war vielmehr eine einfache Erkenntnis.

Es ist so, ich bin kein geselliger Mensch, das ist bekannt. Ich war es mal. Von 2001 bis 2003. Das war okay. Sogar lustig. Aber ich finde so zwei Jahre reichen auch völlig. Ich habe damit eindrucksvoll bewiesen, dass ich könnte, wenn ich wollte, ich will nur nicht.

Menschen sind die meiste Zeit einfach nur ein Stressfaktor für mich. Gedankenaustausch hin und wieder ist ‘ne feine Sache, selbst mir reichen Twitter und Facebook nicht, es gibt daher tatsächlich Menschen, die ich auch im Real Life treffe, in der Öffentlichkeit, bei Tageslicht. Jedoch auch dies bitte schön in Maßen.

Und da selbst meine engsten Freunde sich regelmäßig zu regelrechten Stressfabriken entwickeln, hat diese Männersuche einfach keinen Sinn. Denn wenn ich meine besten Freunden, die ich ab und zu sehe, nicht auf Dauer ertrage, dann erst recht kein Männlein all day long, 24/7. Eine solche Entscheidung ist im Grunde für mich auch nicht sonderlich problematisch. Ich habe keinen Nestbautrieb und generell gefalle ich mir alleine am Besten. Ich bin gerne ein Ich und nur sehr ungerne eine Wir.

Und da der nichtexistierende Gott mich mit einer wundervollen Reihe von Neurosen gesegnet hat, die ich alltäglich mit einer schmucken, orangenen Pille versuche in Schach zu halten, denke ich, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ich eines Tages auf den Penis treffe, der mit meiner Verkorkstheit umgehen kann, sehr gering ist. Sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr gering.

Ich schwöre also dem Penis ab. Ich weiss, dass das für manch einen nicht nachvollziehbar ist, denn sich Verlieben ist doch voll toll und Partnerschaft und Seelenverwandtschaft und so. Für normale Menschen ist das sicherlich ‘ne richtig dufte Angelegenheit, nur weiche ich dummerweise in meinen Handlungsweisen latent von der Norm ab. Das ist nun mal so. Und zumindest in punkto Partnerschaft kann ich mit meinem Anderssein super leben.

In diesem Sinne: Peace.