Freitag, 9. April 2010

kleine Orden aus Alufolie zu vergeben..

Empfehlungsschreiben

Es gibt so Momente, in denen man anerkennen muss, dass andere Leute gut in etwas sind. Ich mag diese Momente normalerweise nur, wenn andere Leute dies anerkennen und ich dann ‘andere’ bin.

Aber dies ist so ein Moment, in dem ich loben möchte. In dem ich mit kleinen, aus Alufolie gebastelten Orden an die Öffentlichkeit trete, mich räuspere und euch kundgebe, welches Mitglied meiner hoch verehrten Spezies mein Wohnwollen erregte.

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Wenn ich nur einem einzigen Twitterer folgen müsste, dann wäre es Hoch21 alias Roman Held. Ich will nicht groß und lang begründen, warum dies so ist. Es ist einfach so. Ich mag ihn unbekannter Weise, er ist auf eine sympathische Art neurotisch bis psychotisch und damit meiner eigenen Art ähnlich. Und er hat eine gar wundervolle, lustige Schreibe:

Twitter - Roman Held- -Darf es sonst noch etwas ..._1270412923387.pngTwitter - Roman Held- Stehen auf dem Dach vom Al ..._1270412902715.pngTwitter - Roman Held- Ich zähle jetzt leise bis ..._1270412936837.png Twitter - Roman Held- Schnell! Ich brauche etwas ..._1270412913837.png

Und jeder, der bei Twitter ist, und ihm nicht folgt, ist doof und stinkt!

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Obwohl selbst Betreiber eines Blogs bin ich selbst nur ein sporadischer Blogleser. Dafür aber umso fanatischer, erhascht mein Auge ein Blögchen, dem es sich zu widmen lohnt. Und der Blog von Kleinod ist ein wahres Kleinod. Sie punktet allein durch die Tatsache, dass sie bei Blogspot ist und nicht bei Wordpress (weswegen ich mir einrede, sie wisse von html genauso wenig wie ich). Einen weiteren Punkt gibt es für das Design, dessen Anblick bei mir nur Wörter wie ‘knorke’ und ‘geilo’ auslöst (die ich natürlich nur ehrfürchtig hauche und nicht auf diese Neuköllner Art rausrülpse).

Das Wichtigste jedoch ist Kleinods Schreibe. Ich mag sie. Überraschend, ich weiss. Sie schreibt frisch, ungekünstelt, offen, ehrlich – als säße man in ihrem Kopf. Und ich mag ihren Kopf, es ist lustig und schön und es scheint die Sonne dort.

Ich bin so dreist und frei und zitiere mal eben:

“Ich lese gerade Erogene Zone, es ist von Philippe Djian, ein Jahr vor meiner Geburt veröffentlicht, 1987, wie nett, 14,80 DM. Ich kaufe meine Bücher nur gebraucht. Liebe zwar den Geruch des frisch Gedruckten, aber gebraucht erzählen sie Geschichten, am liebsten mag ich sie mit Notizen. Und sie sind billig und Billiges ist immer gut, wenn man arme, kleine, blauäugige Studentin ist, man darf mir auch gerne mal einen Kaffee ausgeben. Djian, Franzose, schreibt super. Ich mag, wie oft der Protagonist Scheiße sagt. Er ist ziemlich abgefuckt, Sexismus, um die Jahreszeit mag ich das. Auf der Rückseite steht "Das Leben. In all seiner Derbheit, Schlichtheit und Hoffnungslosigkeit". Ein bisschen BILD, ein bisschen Abgrund, ich brauche das.”

Lest ihren Blog. Abonniert ihn.

Und werdet damit ein klein wenig glücklicher.