Samstag, 20. März 2010

Nachtrag


Ich wollte heute morgen doch tatsächlich dem Drang nachgeben, den gestrigen Worten Taten folgen zu lassen und saß ready to go am Schreibtisch, um zu schriftstellern. Dabei gewann ich folgende, tiefschürfende Erkenntnis: Gott ist ein Arschloch. Oder ich ein Schmogg. Eines von beiden zumindest.

Denn ich suchte und suchte.. suchte und suchte weiter. Und fand bei allen Anstrengungen keines der Kapitel, kein einziges Wort, das ich letzten Herbst und Winter in Worddokumente gegossen hatte. Ich zerrte jeden Speicherstick, den ich finden konnte, brutal ans Tageslicht, durchforstete meinen Online-Speicher, begaffte ungläubig Emails, die ich mir zur Sicherung selbst geschickt hatte, sezierte alle externen Festplatten. Und fand nüschts.

Absolut gar nüschts.

Ich wusste, dass ich es gespeichert hatte. Ich hatte jedes einzelne Wort, jedes verfluchte Komma abgespeichert und dass nun nichts mehr zu finden war, konnte nur eines heißen: ich hatte sie in einem Anfall von geistiger Umnachtung gelöscht.
Oder aber, und dies finde ich viel einleuchtender, Gott, der mich hasst, weil ich seine Existenz negiere (wenn er nicht gerade irgendwas fieses macht und ich deswegen notgedrungen seine Existenz anerkennen muss - paradox, ich weiss), hat meinen PC gecrackt und die Entwürfe gelöscht.
Ich meine, wir reden hier von dem alttestamentarischen Gott. Der Typ mit den ägyptischen Knabenmorden. Doch wer glaubt, Jahwe hätte ein Wutproblem, hat mich noch nicht erlebt..