Freitag, 19. März 2010

Höchste Zeit!

Als ich in der fünften Klasse war, hatte ich den wahnwitzigen Einfall in mir schlummere ein Schriftsteller und ich unternahm den tragischen Versuch einen Roman zu schreiben.
Wenn meine vom Alter geplagten Erinnerungen mich nicht trügen, ging es um einen Außerirdischen, der Abenteuer mit einer Hundegang erlebt - vermutlich hatte ich kurz zuvor E.T. und Disney's Oliver & Co. gesehen. Ich glaube, es war kein Verlust für die Menschheit, dass ich es nie über das erste Kapitel hinaus geschafft habe.

Es folgten viele, viele, viele, viele Jahre, in denen ich immer wieder mehr oder weniger halbherzige Projekte unternahm was vernünftiges zu Papier zu bringen. Dass bisher kein ganzes Buch dabei rausgekommen ist, ist selbstverfreilich nicht meine Schuld.
Es ist Gottes Schuld, weil er mich nicht mit mehr Disziplin bedachte. Schuld der Lehrer, die dafür sorgten, dass ich mich 13 Jahre lang auf die Schule und nicht auf die Kunst konzentrierte. (Und anschließend der Professoren und Dozenten.) Schuld der Eltern, weil sie mein unfassbares, unleugbares Genie nicht erkannten und förderten. Schuld dieser kapitalistischen Welt, die mich zwingt zu arbeiten und Geld zu verdienen, so dass ich Abends, des Lebens müde, auf dem Sofa vor dem Fernseher einschlafe..
Ich halte also noch einmal fest: Es war nicht meine Schuld.

Gut, ich gebe zu, ich habe ein kleines, klitzekleines Prokrastinationsproblem, aber ich gelobe Besserung. Denn.. es ist grausam, das zu sagen.. ich werde nicht jünger. In zwei Jahren, sechs Monaten und zwei Wochen werde ich dreißig.

DREISSIG!

Elias Canetti hatte in diesem Alter "Die Blendung" schon geschrieben. Dasselbe gilt für Hemingway, Fitzgerald, Safran Foer undundund.
Ich meine, es ist ja auch sinnvoll, früh mit dem Schreiben anzufangen, da bei Künstlern nicht selten früher oder später der Drang auftritt sich eine Schrottflinte in den Rachen zu schieben. Ich halte es daher für erstrebenswert mit dem Buch fertig zu sein, bevor sich die Tastatur mit Blut vollgesogen hat, weil man spontan die Lust verspürte sich ein Ohrläppchen oder andere Extremitäten mit dem Buttermesser abzuschneiden.

Es wird also Zeit.

Höchste Zeit.

Ich fasse also den höchst offiziellen Beschluss:


Und um das noch etwas deutlicher zu machen, habe ich (weil ich ein Mädchen bin und gerne schöne Sachen habe) meine Arbeitsmappe verschönert: [ihr dürft jetzt vor Entzücken in die Hände klatschen]


Ich finde, sie lädt richtig zum Arbeiten und Schreiben ein. Ich kann praktisch spüren, wie die Worte aus mir herausfließen und - oh! es läuft "X-Men 2" auf RTL2.