Dienstag, 16. Februar 2010

Prolog eines vor sich hin evolutionierenden Blogs

Wir befinden uns in einem ständigen Wandel, also wir als Mensch, der Rest im Grunde auch, aber wen interessiert schon der Rest? Den Menschen interessiert nur der Mensch. Als solches. Und per se. Und überhaupt. Und ich schweife ab.

Als Teil eines sich ewig verändernden Etwas, auch Evolution genannt, befinden sich sowohl die äußeren Extremitäten als auch das Innenleben unseres Gehirns in einem ewig fortschreitenden Prozess. Mir persönlich ist erst letzte Woche ganz von alleine eine rudimentäre dritte Brustwarze abgefallen. Vielleicht war es auch nur eine sehr langlebige, rosafarbene Zecke, sie hatte sich mir nicht vorgestellt.
Jetzt verändert sich unser Körper höchst selten innerhalb eines Lebens, es sei denn, man wird in einen schweren Autounfall verwickelt oder man spritzt sich wie Mohinder Suresh irgendein Serum, damit man ebenfalls bei Sonnenfinsternissen mit den anderen Heroen herumturnen kann. Die meisten Angehörigen unserer Spezies erleben weder das eine noch das andere und altern daher bloß, ohne einen evolutionären Sprung ihrer selbst in ihrer Biographie verzeichnen zu können.

Was bleibt? - ist also die Frage.

Die Antwort ist unfassbar simpel und wunderbar einleuchtend: die Evolution des Geistes, des Intellektes, des Verstandes! Dies kann ein jeder, sofern er das Glück hat in einem Land zu leben, in dem Alphabetisierung als Tugend betrachtet wird, und in dem den Geistes- und Kulturwissenschaften götzenartige Dienste erbracht werden. Kurzum: Europa. Bzw. Westeuropa. Also alles zwischen Donau und Atlantik. So grob. Ausnahmen sind freilich vorhanden. Neukölln zum Beispiel.
Aber ansonsten wage ich die mutige, herausfordernde These, dass außerhalb dieser Bushidoerzeugenden, kulturellen toten Winkeln, die Kultur der westlichen Welt blüht und zum Mitmachen einlädt. Und das Individuum, also Sie und ich, wir brauchen diese Kulturbrunnen zum Anstoß, zur Weiterentwicklung. Wir brauchen Literatur, vorzugsweise selbst- und nicht abgeschriebene, wir brauchen Theater und Kino, Museen und Konzerte, wir brauchen die Medien, wir brauchen Blogs, wir brauchen Informationen und Impulse.

Wissen Sie, was "schwadronieren" bedeutet? "Schwadronieren" ist das, was ich hier gerade mache, nur um Ihnen mitzuteilen, dass ich ernsthaft mit dem Gedanken spiele, diesen Blog (ja, ich habe diesen Blog geschrieben und nicht dieses Blog) auf seine nächste evolutionäre Ebene zu hieven. Derdiedas Blog ist nun über ein Jahr alt und wird zukünftig auch nicht über bizarrneurotischlatentunsoziale Einblicke in meine Kleinhirnrinde umhin kommen, aber ich möchte ihn etwas erweitern, ihm einen leichten, intellektuellen Hauch verleihen, ihm die rudimentäre dritte Brustwarze mit der Heckenschere abschneiden, nur um zu sehen, ob er elendig verblutet oder hoch erhobenen Hauptes einem besseren Blogdasein entgegenschreitet.

Im Grunde bedeutet das nur eins: Um die Evolution meines Geistes voranzutreiben, werde ich mich vermehrt mit den kulturellen Erzeugnissen unserer wunderbaren Gesellschaft auseinandersetzen, Ihnen davon berichten und Sie vielleicht dazu bewegen sich mit dem ein oder anderen Thema ebenfalls auseinanderzusetzen - wodurch Sie die Möglichkeit, die theoretische, haben die Evolution Ihres Geistes ebenfalls voranzutreiben.
Dabei möchte ich natürlich primär gefallen und unterhalten. Denn dafür lebt ja der Blogger. Diese aufmerksamkeitsgeile Sau unserer Zeit. Ich schweife schon wieder ab. Daran werde ich als erstes arbeiten. Gleich nachdem ich entschieden habe, welches Buch ich nun lesen soll, um darüber zu berichten. Vielleicht geh' ich auch einfach ins Museum, das geht schneller.

Sie sehen, dass wird noch spannend werden, diese evolutionäre Kiste..

[Some of the images are found on tumblr (or somewhere else on the internet). If I violated any copyrights you might have, please do not hesitate to contact me and I will remove the picture.]