Freitag, 27. November 2009

Putztag, weisste Bescheid..

Achtung! Dieser Post ist sehr langweilig und berichtet von den langweiligen Einzelheiten eines langweiligen Vormittags und dient der Autorin nur zum Frustabbau. Lesen Sie ihn nicht, wenn Sie etwas Besseres zu tun haben. Und ich bin sicher, Sie haben etwas Besseres zu tun!!

Ich war letzte Nacht nach einem wilden Grüner Tee/Hot Chocolate-Gelage erst spät nach Hause gekommen. Zu spät, um noch das kleine orangene Pillchen zu nehmen, das süße, tiefe Träume verheisst. Daher war mein Organismus der irrigen Ansicht, dass acht Uhr eine super Zeit wäre, um mich wach werden zu lassen. Na gut, denke ich, stehe ich halt auf - nachdem ich mir von meiner Vermieterin am Wochenende bisher immer anhören durfte (wenn ich um archaische zehn Uhr aus dem Zimmer getorkelt kam), sie hätte schon gedacht, ich würde den ganzen Tag verschlafen. Entschuldigung? Aber mein Rekord liegt bei 17.00 Uhr!! Da ist 10.00 Uhr doch Pipifax.
Ich stehe also auf, denn mir wurde gestern schon angedroht, dass wir heute die Wohnung putzen wollen/sollen/könnten/müssten. [Meinem Volontär-Buddy Tobias wurde von seiner Vermieterin zwar der Konsum von Cola und Pommes verboten, dafür muss er aber nicht putzen. Wir überbieten uns gegenseitig immer mit den abstrusesten Vermieterinnengeschichten, wobei ich meistens gewinne, da meine zu allem Überfluss auch noch evangelisch ist. Das haut die Sache jedesmal raus.]
La Vermieterin wuselt schon eifrig in der Wohnung herum. Gestern meinte sie, Bad und Küche müssten geputzt werden, jeder solle dann eines machen. Ich muss jetzt nicht betonen, wofür ich mich im Geiste spontan entschieden habe. Doch da lag ein Irrtum meinerseits vor, denn ein Mitentscheidungsrecht gab es nur in den wüsten Fantasien meines Frontallappens. Ich wurde von der protestantischen Dreifaltigkeit zum Bad putzen verdonnert - mit der süßlichen Bemerkung "Besonders in den Ecken."


Brach ich vor einem Monat beim Anblick der Dusche, die in jäher Vorzeit sicher einmal weiß gewesen war, noch in enthusiastisches Heulen aus, bleibe ich heute Morgen stoisch und gebe mich beim Putzen spontan aufflackernden Mordfantasien hin. (Gibt es in Israel eigentlich noch die Todesstrafe? Ich frage für einen Freund)
Ich putze das Bad, so wie man ein Bad putzen kann, dass offenbar in den letzten Jahren nicht gerade mit neurotischer Liebe zur Hygiene gepflegt worden war, und bei dem man nun nicht einsieht, es wieder in seiner Urzustand zu wienern. Ich lebe in Bonn in meiner Wohnung seit beinahe zehn Jahren und nirgendwo im gesamten Bad habe ich bräunliche Kalk-Seifen-Schmodder-Reste. Ich bin bei weitem kein Fan des wöchenendlichen Putzplans, dennoch finde ich es schon begrüßenswert, wenn man nicht das Bedürfnis hat sich zu übergeben, sobald man das Bad betritt.
Also ich putze das Bad, *putz*putz*, und als ich nach einem Staubsauger frage (da die Fliesen im Bad eher raue Terrassenfliesen sind und keine europäisch-genormten Badfliesen, wie sie unsereiner aus der zivilisierten Welt kennt) wird mir etwas gereicht, was ich erst für einen großen, runden Toaster mit einem sehr langen Kabel halte. Aber nein, es ist tatsächlich ein Staubsauger. Zwar mit einem Teppichaufsatz, was in einem Land, in dem keine Sau Teppich hat, irgendwie bekloppt ist, aber hey! - das ist Israel. Ich beginne zu saugen *schwummm*schwummm* (schön, wie ich das immer untermale) und währenddessen dünkt es mir, als hätte das Ding die Saugkraft eines lungenschwachen Backenhörnchens. Vermieterin muss kommen. Hantiert umständlich und unendlich lange an dem Schlauchgedöns herum, bis der gescheiten Frau auffällt, dass sich im Staubsauger, direkt am Ansatz, eine Socke verirrt hat. Eine Socke. Wie kann man nicht merken, wenn man eine Socke staubsaugt?! Ich habe schon Briefklammern, Kleingeld und pelziges, kleines Katzenspielzeug aus Versehen aufgesaugt - und es jedes Mal sofort registriert. Denn ein Staubsauger macht dann ein spezielles Geräusch.

*schwumm*schwumm*schw-SCHLURRRRRRPPPP!!!*

Nachdem das Kleidungsstück, das sein Glück in der Flucht vor seiner Besitzerin gesucht hatte (vielleicht war es auch ein Suizidversuch), entfernt wurde, sauge ich das Bad fertig. Aber bin ich nun fertig? - not at all. Ich soll auch die restliche Wohnung saugen - also auch die Küche... Ich zeige der Frau einen verbalen Vogel, erkläre mich aber bereit den Flur zu saugen ,wo sich das Katzenstreu ihrer Katze tief in die Fugen der Kacheln vergraben hat, und die "Essecke", bestehend aus einem Campingtischartigen Dingens und zwei Plastikschülen - wo wir nach Angaben de la Vermieterin "ja immer essen". Ach ja, die gemeinsamen Abende, wo wir lachend und scherzend an diesem Tisch sitzen, zusammen zu Abend essen und anschließend eine Runde Uno oder MauMau spielen......


Nachdem ich all die Arbeiten verrichtet habe, bei denen selbst Cindarella ihrer Stiefmutter mit den Worten "Machs dir selbst, Bitch!" vor die Füße gerotzt hätte, gehe ich in mein Zimmer. Und hier sitze ich nun, dem Moment der Rache harrend, finstere Pläne schmiedend, die Faust gen Himmel reckend.. nein, eigentlich warte ich nur, dass sie das Haus verlässt.

[Sie haben den Post ja doch gelesen! Und jetzt denken Sie Was für ein Schmonsens! Wer gibt mir die fünf Minuten meines Lebens wieder?! Niemand. Sind'se selber schuld. Hab Sie ja gewarnt.]