Sonntag, 4. Oktober 2009

Die Zauberflöte

Ich versuche ja bescheiden zu sein. Ein Vorhaben, welches regelmäßig von eher mäßigem Erfolg gekrönt ist. Aber naja. Hin und wieder gelingt es mir aber überraschenderweise auf etwas zu verzichten. Auf das Hanuta an der Supermarktkasse. Oder das Paar Turnschuhe von Converse. Hin und wieder.
Manchmal auch nicht. Und manchmal gibt es dafür auch einen guten Grund. Wie ich zumindest finde.

Zu meinem Geburtstag wollte ich mir etwas Besonderes schenken. Ich schenke mir auch so gerne was Besonderes, aber an meinem Geburtstag habe ich zumindest einen Grund. Und zwar erfuhr ich, dass an der Deutschen Oper Berlin "die Zauberflöte" aufgeführt wurde. Und wie es schien in einer sehr netten Inszenierung. Seit Jahren war ich auf der Suche nach einer guten Inszenierung, die meine absolute Lieblingsoper gebührend präsentierte. Doch die Preise ließen mich zögern. Ich wollte ja nicht hinter irgendeiner Säule sitzen, sondern das Spektakel auch genießen. Und die Preise der Deutschen Oper gingen bis fast € 90,00 hoch.

Für einen Moment dachte ich also "Ach, brauchst du das wirklich? Musst du das schauen?" und in der Sekunde, in der ich antworten wollte "Nein." schoss mir nur ein Gedanke durch den Kopf: "Was wenn ich sterbe und NIEMALS 'die Zauberflöte' gesehen habe?!". Totale Panik durchfloss meine Adern.
Es gibt Dinge, die jeder Mensch einmal in seinem Leben gemacht haben möchte. Diese Dinge sind bei jedem verschieden. Bei mir gehört 'einmal in meinem Leben diese Oper sehen' ganz offen dazu. Und daher entschloss ich mich zu gehen. Eintrittspreis hin oder her.


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Und der nicht existierende Gott war meiner hold, als er verfügte, dass es einen Studentenrabatt gab, so dass ich nur € 14,00 für die Karte zahlen musste. Ha. Nimm das, Richard Dawkins. Wenn das nicht ein unwiderlegbarer Gottesbeweis war, dann weiß ich auch nicht.