Donnerstag, 22. Oktober 2009

Mal wieder so ein Countdown..

In fünf Tagen liege ich um diese Uhrzeit im Bett. Das hört sich langweilig an. Theoretisch stimmt das. Wäre da nicht die Tatsache, dass dieses Bett seinen Aufenthaltsort in Jerusalem hätte.

In fünf Tagen bin ich wieder in Israel. Was habe ich auf diesen Moment hingefiebert. An dem Tag, an dem ich 2007 aus Israel wiederkam, begann ich diesen jetzt zu planen. Und nun nähert sich der große Abreisetag. Drei Monate werde ich in der heiligsten Stadt aller heiligen Städte wohnen, leben, arbeiten und primär mich ungesund ernähren. Nein, primär werde ich nicht mit dem Bus fahren. Öffentliche Plätze meiden. All so'n Spaß. Bloß nicht in die Luft jagen lassen. Wäre super, wenn mir das gelingen könnte. Hänge so an meinen Gliedmaßen und ich bin doch auch so schön. Wäre ein Frevel, wenn man mein gottesgleiches Antlitz verschandeln würde. Vielleicht lass ich mir den Spruch auf ein T-Shirt drucken. Auf arabisch natürlich. Alles andere wäre sinnlos. Und auch ein wenig albern.

Ansonsten muss ich bis zum Abflug noch eine Hausarbeit schreiben. Hinfrickeln ist wohl eher die bessere Bezeichnung. Den Literaturnobelpreis krieg ich für das Geschmiere sicher nicht. Aber auf einer Skala von eins bis zehn, wo eins "interessiert mich gar nicht" und zehn das gute, alte "tangiert mich periphär" ist, liegt mein Enthusiasmus bezüglich dieser Hausarbeit bei einer gefühlten minus zwanzig. Seien wir ehrlich über Konstantin den Großen wurde alles gesagt, ich käue nur wieder, was fünfzehn andere Historiker vor mir schon wiedergekäut haben. Und bei Konstantin stirbt ja auch fast niemand, es ist sehr unblutrünstig. Aber ich schweife ab..

..in fünf Tagen bin isch fott. Hinterlasse eine ohnehin schon völlig verstörte Katze und das, was man gemeinhin als soziales Umfeld bezeichnet.
Da mein soziales Umfeld in Israel aus drei Leuten exklusive Vermieterin und Katze der Vermieterin besteht, werde ich sicherlich Zeit haben hin und wieder.. wahrscheinlich täglich.. zu bloggen. Und da am Schabbes alles zu hat, was Spaß macht, werde ich von Freitag Mittag bis Samstag Nacht wahrscheinlich nur am PC sitzen. (Wenn ich mir den letzten Satz so betrachte, hingeschrieben wirkt er noch trauriger als nur gedacht.. werde mir ein Schabbat-Action-Programm überlegen.. Plakataktionen an der Tempelmauer.. Olivenzweigshop am Ölberg.. mir fällt schon was ein)

In diesem Sinne: Schalom dann!