Montag, 5. Oktober 2009

Krümmelchen

Bin nun siebenunszwanzig. Erwartete große mentale Veränderungen. Blieben aus. Bin einfach nur älter. Alt. Werde einfach nur immer älter. War's das denn jetzt? frage ich mich. Wahrscheinlich. Werde mich von nun an immer im Kreis drehen. Dazu verdammt angelernte Verhaltensweisen zu wiederholen und zu wiederholen. Die Fehler zu wiederholen. Unfähig sich zu ändern. Sich zu bessern. Abzunehmen. Etwas dazu zu lernen. In zehn Jahren werde ich emotional und intellektuell an derselben Stelle stehen wie heute. Geographisch vielleicht auch. Der Höhepunkt meines traurigen Daseins wird die Bewerbung bei "Schwiegertochter gesucht" sein. So schaut's aus.

Oder auch nicht. Scheiß die Wand an, aber ich bring mich doch eher um, als diese Möglichkeit als die einzige zu akzeptieren. Noch habe ich mir ein Krümmelchen infantilen Optimismus' in meiner Seele bewahrt. Mein Leben mag mir täglich vor die Füße rotzen, dieses Krümmelchen bleibt das meine. Auf immer. Sollte es auch schrumpfen. Ich werde es nähren und hegen und pflegen. Und falls das Krümmelchen einmal krank wird, werde ich es beim Tierarzt nicht einfach einschläfern lassen. Denn ich weiß, so krank das Krümmelchen auch scheint, es wird sich immer wieder erholen und neue Träume und neue Ziele gebären.

Und so verbleibe ich. Träumend.