Samstag, 17. Januar 2009

Wirklichkeit

Ich bin offenbar nicht die Einzige, die sich für das neue Jahr viel vorgenommen hat. Die deutschen Fernsehanstalten stehen mir in nichts nach. Ich schaue ja gerne Fernsehen. Friends, Scrubs, Bones.. die Liste der Serien ist lang. Und auch gute Spielfilme verschmähe ich nur selten.

Nur im Moment scheinen die Privaten alles auf den Markt zu werfen, was an flexiblem Niveau so kreucht und fleucht. Wie schon mal erwähnt, haben wir seit einiger Zeit wieder das Vergnügen Big Brother in unserer Fernsehmitte willkommen zu heißen - und ich glaube, wir sind die einzigen, bei denen das Format noch läuft. Hinzu kommt der übliche RTL-Kram, wie der rächende Restauranttester und suchende, sozial inkompetente Bauern. Auf Pro Sieben dürfen wir seit letzter Woche fetten Losern bei ihrem Kampf gegen die Schwerkraft zusehen. Und natürlich: Ich bin ein Star, holt mich hier raus, wo der Sadismus des Zuschauers sich in ungeahnte Höhen schraubt und man mit Wonne seltsamen Menschen wie einem Peter Bond dabei zusieht wie er sich bei einer Dschungelprüfung in Bilbo aus der Sesamstraße verwandelt.
Bald geht wieder Deutschland sucht den Superstar los und wir werden uns zwei mal die Woche vor den Fernseher hocken, um uns über jene zu amüsieren, die mal wieder dem Irrtum erliegen, sie könnten singen und dem Bohlen trotzen.
Für jene Zuschauer, die mit der geistigen Selbstprostitution unserer Mitmenschen nichts oder weniger anfangen können, wartet Pro Sieben mit der Fortsetzung des Inselabenteuers auf und verzweifelte Hausfrauen kämpfen Seite an Seite mit dem neuen weiblichen Terminator Cameron.

Wie schön ist doch diese flackernde Welt der Fernsehröhre, wie leicht können wir uns in ihr verlieren, uns ablenken von unserem schnöden Alltag. Fast könnte man in diesen Stunden des surrealen Glücks die Wirklichkeit vergessen.
Fast...